Death Stranding 2 – Kojimas Vision zwischen Poesie und Paketlieferung
Nach 60 Stunden in Death Stranding 2 bin ich immer noch weit davon entfernt, alles gesehen zu haben – und das ist vielleicht einer der größten Stärken dieses Spiels. Es fühlt sich riesig, detailverliebt und in vielen Momenten schlicht einzigartig an.
Inhalt & Spielwelt
Die Geschichte setzt einige Zeit nach den Ereignissen des ersten Teils ein. Sam Porter lebt zurückgezogen mit Lou, doch die Ruhe währt nicht lange – erneut muss er die Welt verbinden, diesmal quer durch Australien.
Die Welt ist wieder gigantisch, rau und wunderschön. Egal ob man durch verregnete Küstenstreifen stapft, sich durch staubige Ebenen kämpft oder eine Bergkette überwindet – Death Stranding 2 bleibt eine Mischung aus Naturdrama und Science-Fiction-Rätsel.
Wer den ersten Teil nicht gespielt hat, wird sich allerdings schwer tun. Viele Anspielungen, Charakterentwicklungen und erzählerische Feinheiten entfalten ihre Wirkung nur, wenn man schon tief in Kojimas Welt eingetaucht ist.



Gameplay & Verbesserungen
Das Herz des Spiels bleibt das Traversieren: Gehen, Klettern, Balancieren, Fahren – und dabei Waren unversehrt ans Ziel bringen. Neu ist, dass sich das Bewegungssystem geschmeidiger anfühlt, schwieriges Terrain weniger frustriert und die Ausrüstung vielfältiger ist.
Die Kämpfe, ob gegen menschliche Gegner oder BTs, profitieren von besserem Waffen-Feedback und einer größeren Auswahl an Schuss- und Nahkampfoptionen. Besonders die Stealth-Mechaniken sind jetzt lohnender – wer geduldig und taktisch vorgeht, kann ganze Lager lautlos ausschalten.
BT-Begegnungen sind seltener, aber intensiver inszeniert, und jeder größere Kampf fühlt sich wie ein Event an. Trotzdem bleibt der Großteil der Spielzeit im gewohnten Rhythmus aus Bewegung, Planung und punktuellen Gefechten.
Präsentation & Atmosphäre
Visuell gehört Death Stranding 2 zu den schönsten Spielen der aktuellen Generation. Die Landschaften sind gestochen scharf, die Wettereffekte beeindruckend, und die Motion-Capture-Leistungen der Darsteller – allen voran Norman Reedus und Troy Baker – sind herausragend.
Kojima inszeniert nicht nur spektakuläre Momente, sondern auch stille Passagen voller Melancholie. Allerdings nutzt er den „Song-am-Ende-der-Mission“-Effekt fast zu oft, wodurch dieser besondere Gänsehautmoment etwas an Kraft verliert.



Noch lange nicht am Ende
Trotz 60 Stunden Spielzeit habe ich das Ende noch nicht erreicht – und das liegt nicht daran, dass ich trödele. Death Stranding 2 ist einfach enorm umfangreich, mit zahllosen Nebenaufträgen, optionalen Wegen und perfektionierbaren Lieferketten. Schon jetzt ist klar, dass hier locker weitere 30–40 Stunden Spielzeit auf mich warten.
Meine Wertung:
- Grafik: 95/100
- Inhalt: 82/100
- Spielspaß: 78/100
Gesamt: 80/100
Death Stranding 2: Death Stranding 2 ist kein Spiel für jedermann. Wer schon mit dem ersten Teil nichts anfangen konnte, wird hier nicht bekehrt. Doch wer Kojimas Mischung aus Poesie, Postapokalypse und Paketlogistik schätzt, bekommt ein erzählerisch und atmosphärisch beeindruckendes Abenteuer mit spürbaren Gameplay-Verbesserungen. – Maxen